Drittmittelprojekt

Begleitung von Milchviehherden bei der Umstellung von enthornten auf behornte Tiere oder von Anbinde- auf Laufställe unter Einbeziehung von Modellbetrieben als Basis für eine qualifizierte Beratung in der Milchviehhaltung (Hörner im Laufstall)


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 11/201404/2020


Zusammenfassung



Es wurden 35 Umstellungsbetriebe
sowie 5 bereits etablierte Vergleichsbetriebe über 5 Jahre wissenschaftlich und
durch Beratung begleitet. Auf Grundlage wiederholter Status-quo-Analysen, der
Erkenntnisse aus betriebsindividueller Beratung, des Wissensaustauschs in
Erfahrungsgruppen, des Einbezugs von Praktiker-Erfahrungen, Erhebungen zu
Selbstfangfressgittern auf 31 Betrieben sowie der Literatur wurde ein
„Werkzeugkasten für die Haltung horntragender Milchkühe“ erarbeitet. Dieser gibt
systematisch Anleitung, den Status-quo bezüglich hornbedingter Schäden zu
ermitteln und mit einem Ampelsystem zu bewerten. Wenn nötig, ermöglicht er
daraufhin eine Ursachenermittlung und gibt Empfehlungen für Verbesserungen. Zu
den eingeflossenen Projektergebnissen gehörte, dass die meisten verletzungsträchtigen
Auseinandersetzungen, mit betriebsindividuellen Unterschieden, im Fress- und
Wartebereich sowie beim Austrieb aus dem Melkstand stattfanden. Als konstant günstig
für die Verminderung hornbedingter Schäden erwiesen sich die Reduzierung von
Konkurrenzsituationen, die Förderung einer ruhigen Herde und eine gute Übersichtlichkeit
an den Tränken für die Kühe. Auf Betrieben mit gutem Zusammenspiel zwischen
Tier, Haltung, Herdenmanagement und Mensch wurden geringe hornbedingte Schäden
festgestellt, selbst wenn einige Aspekte, wie Gangbreiten oder Sackgassen,
nicht den üblichen Empfehlungen entsprachen. Gleichzeitig traten generell umso
weniger Schäden auf, je mehr Praxisempfehlungen erfüllt wurden. Zusätzliche Untersuchungen
auf 21 Betrieben im 4. Jahr belegten einen positiven Effekt des sommerlichen
Weidegangs auf Hautschäden. Auf das Auftreten von Blutmilch, systematisch in 25
Herden im 5. Jahr erfasst, wirkte reduzierte Futterkonkurrenz mindernd. Letzte
Erhebungen auf 20 Betrieben zeigten, dass Erfolge des Beratungsprozesses teilweise
erst längerfristig sichtbar werden. Die Projektergebnisse wurden u.a. in 10
Praxisworkshops und 2 Beraterschulungen in die Praxis transferiert.





Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft (BMEL) über die BLE im Rahmen des Bundesprogramms ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BöLN)



In Zusammenarbeit mit: Bioland Beratung GmbH und Demeter e.V.


Zuletzt aktualisiert 2021-02-08 um 16:56