Authored book
Toronto. Migration als Ressource der Stadtentwicklung



Publication Details
Authors:
Ipsen, D.; Debik, J.; Glasauer, H.; Mussel, C.; Weichler, H.
Edition name or number:
1. Aufl.
Publisher:
Arbeitsberichte des Fachbereichs Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung. Heft 160
Place:
Kassel
Publication year:
2005
ISBN:
3-89117-152-8

Abstract
Toronto ist eine der wenigen Städte auf der Welt, die sich nach langen und durchaus kontroversen Debatten für eine aktive Zuwanderung von Menschen aus unterschiedlichen Regionen der Welt entschieden hat. In Konsequenz dieser Politik ist sie die einzige Stadt dieser Welt, die sich die kulturelle Vielfalt als offizielles Leitbild gegeben hat. Die kulturelle Vielfalt wird als eine Ressource der Stadtentwicklung gesehen, da sie demografisch Wachstum sichert, den Zustrom von Qualifikation und Kapital in die Stadt organisiert und Toronto als global city positioniert. Diese Politik bedeutet nicht, dass es zu keinen Konflikten und Spannungen zwischen den verschiedenen Kulturen kommt. Sie hat aber zur Folge, dass man sich institutionell-politisch und informell-gesellschaftlich darauf einlässt, die Konflikte aktiv zu bearbeiten und Spannungen abzubauen. Wie jede Politik ist die Migrationspolitik auch in Toronto Veränderungen unterworfen und es ist keineswegs so, dass die Pflege der kulturellen Vielfalt und die Bemühungen um die Integration heute mit der gleichen Intensität verfolgt werden wie dies in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts der Fall war. Vielleicht ist es gerade diese Dynamik, die den Fall Toronto für Städte in Europa so interessant macht. Dabei muss wohl nicht betont werden, dass es in keinem Fall darum gehen kann, Erfahrungen und Regelungen aus Toronto direkt auf deutsche Städte zu übertragen. Allein der institutionelle nationale Rahmen unterscheidet sich in Kanada wesentlich von dem in Deutschland. Und zugleich birgt das föderale System Kanadas auch dort unterschiedliche Interessen in der Zuwanderungspolitik (Schmidtke 2001). Auch die öffentliche Debatte über Migration und ihre Bewertung sind sehr unterschiedlich. Dieser Bericht will weder ein scheinbar perfektes Modell noch Best-Practice-Beispiele anbieten, sondern eine Vielzahl von institutionellen und gesellschaftlichen Erfahrungen für die stadtpolitische Diskussion und Entwicklung in Deutschland zur Verfügung stellen. Dieses Forschungsprojekt hat sich zur Aufgabe gestellt, die migrationspolitischen Erfahrungen der Stadt Toronto für die langfristige Entwicklung einer kosmopolitischen Stadt am Beispiel von Berlin-Neukölln zu nutzen. Ein weiterer geplanter Bericht wird Anknüpfungspunkte, Unterschiede und Barrieren am Beispiel von Neukölln zum Thema haben. Darauf aufbauend sollen durch fachliche Workshops und kritische Diskussionen Szenarien für die Entwicklung einer offenen Stadt am Beispiel von Neukölln entwickelt werden. Da die Situation in Toronto von den institutionellen Regelungen und den politischen Debatten Kanadas geprägt ist, werden diese zu Beginn dieses Berichtes dargestellt. Nach einer kurzen Hinführung zur Morphologie und Struktur der Stadt Toronto, folgen wir den vier Thesen, die das Forschungsvorhaben strukturieren. Wir untersuchen Orte der Kulturen und räumliche kulturelle Cluster, den Austausch zwischen den Kulturen, die Governancestruktur dieser kulturellen Prozesse und abschließend Formen der Metakultur. Wir haben uns bemüht, diesen Bericht lebendig zu schreiben, ihn reichlich mit Bildern und Karten auszustatten und Geschichten zu erzählen, damit man sich ein anschauliches Bild machen kann. Der Bericht breitet nicht die kritische wissenschaftliche Diskussion der Konzepte und ihrer Umsetzung in Toronto aus. Dies wird Schwerpunkt eines theoretischen Artikels sein, der in Kürze abgeschlossen wird.


Keywords
Kanada, Toronto, Zuwanderung


Research Areas


Last updated on 2019-25-07 at 17:03